Lesen und Rechtschreibung


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Speed Reading (2/2) - Schneller lesen, mehr verstehen

Speed Reading (2/2)Neben einer Reihe marktschreierisch angepriesener Wundermethodoen (z.B. das Photo-Reading nach Paul Scheele) gibt es einige bewährte Speed Reading-Techniken, die auch zunehmend wissenschaftlich erforscht werden.
Diese Techniken beruhen vor allem auf dem Ablegen von drei alten Gewohnheiten:
1. Subvokalisieren (inneres Mitsprechen)
2. Regression (Zurückspringen im Text)
3. Zu enger Blickfocus (jedes Wort wird einzeln fixiert)
So sinnvoll und hilfreich diese Gewohnheiten beim Leseerwerb in der Kindheit gewesen sein mögen, so hinderlich sind sie oft für den erwachsenen Leser...



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Speed Reading (1/2) - Macht Schnell-Lesen glücklicher?

Speed ReadingObwohl der Fähigkeit des schnellen Lesens mit großem Verständnis im Alltag eine herausragende Bedeutung zukommt, wird diese Fähigkeit im Erwachsenenalter eher selten weiterentwickelt.
Dabei könnte unser Gehirn in vielen Fällen schneller lesen, wenn wir z. B. nicht jedes (noch so unbedeutende) Wort einzeln fixieren würden oder wenn wir unseren Blick nicht andauernd auf bereits Gelesenes zurückspringen lassen würden (Regression).
Kein Wunder, dass diese Unterforderung des Gehirns oft in Langeweile mündet, unsere Gedanken abschweifen und wir angesichts der miserablen Leseleistung frustriert sind.
Schnelles Lesen (bzw. Denken) scheint dagegen das Potenzial zu haben, uns (zumindest kurzfristig) glücklicher zu machen
(Pronin & Wegner, 2006).



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Rechtschreibschwierigkeiten: Späte Förderung (2/2)

RechtschreibregelnEine große Stärke unseres Gehirns ist die Fähigkeit, aus vielen Einzelbeispielen allgemeine Regeln zu generieren und diese auch anzuwenden.
Somit werden viele Rechtschreibmuster und Rechtschreibregeln beim allgemeinen Schriftsprachgebrauch quasi nebenbei mitgelernt.
Allerdings gelingt dieses unbewusst ablaufende (implizite) Lernen bei weitem nicht immer. Daher setzen gute Trainingsprogramme (z.B. Das Marburger Rechtschreibtraining von Dr. G. Schulte-Körne) auf das bewusste (explizte) Einüben von Rechtschreibregeln.



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Rechtschreibschwierigkeiten: Späte Förderung (1/2)

Rechtschreibung_FörderungHäufig suchen Eltern von Kindern mit massiven Rechtschreibschwierigekeiten erst dann nach zusätzlichen Unterstützungsangeboten, wenn frühe Fördermaßnahmen (z.B. Förderung der phonologischen Bewusstheit) nicht mehr ihre volle Wirkung entfalten können.
Späte Förderbemühungen (ab ca. 4. Klasse) sind mit ungleich mehr Aufwand verbunden. Sie basieren weniger auf der Einübung von Buchstabe-Laut-Verknüpfungen, sondern auf dem Einüben von Rechtschreibregeln, Rechtschreibmustern und Rechtschreibstrategien.



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Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten -
Prävention und frühe Förderung

Fruehe RechtschreibfoerderungIn einem Punkt sind sich fast alle Forscher und Praktiker einig:
Je früher gefördert wird, desto besser!
Wenn (drohende) Lese-Rechtschreibschwierigkeiten frühzeitig erkannt und mit entsprechenden Fördermaßnahmen "bekämpft" werden, sind Erfolgserlebnisse schon mit relativ geringem Aufwand zu erreichen.
Doch welche Prävention bzw. Förderung macht Sinn? Welchen Behauptungen und vollmündigen Versprechungen sollte man kritisch begegnen? Ist Legasthenie wirklich ein Talentsignal, wie es z.B. Ronald D. Davis behauptet?



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Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten -
Das Ursachenpuzzle (2/2)

Ursachenpuzzle_LRSAuch wenn der Einfluss der Gene nicht zu unterschätzen ist (ca. 50%), so gibt es doch eine Reihe von Umwelteinflüssen, die im Verdacht stehen, das Auftreten von L-R-Schwierigkeiten zu begünstigen.
Jene Faktoren genauer unter die Lupe zu nehmen, lohnt sich besonders, da wir auf sie (im Gegensatz zur genetischen Anlage) verändernd einwirken können.
Im zweiten Teil des Ursachenpuzzles werden daher vor allem Einflussfaktoren aus Elternhaus und Schule besprochen:
   ->
Expertise des Lehrers
   -> Bildungsniveau der Eltern
   ->
Einkommen der Eltern
   ->
Bücher im Haus
   ->
Fernsehkonsum des Kindes


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Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten -
Das Ursachenpuzzle (1/2)

Ursachenpuzzle_ LRSWie kommt es überhaupt zu massiven Lese-/ Rechtschreibschwierigkeiten?
Die Liste der verdächtigten Faktoren ist ellenlang. Wie so häufig in der Psychologie gibt es nicht die eine Ursache, sondern ein ganzes Bedingungsgefüge (Multideterminismus). Im Fokus des ersten Teils des Ursachenpuzzles stehen:
  -> Der Einfluss der
Gene
 
-> (vermeintliche)
visuelle Wahrnehmungsstörungen
 
-> Defizite beim
phonologischen Rekodieren
  -> Defizite in der
Benennungsgeschwindigkeit



Download_AudioEpisode 21:

Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten -
Warum wir den Legasthenie-Begriff abschaffen sollten

Legasthenie_LRSNoch immer wird vielerorts die althergebrachte Legasthenie-Diagnostik durchgeführt. Vereinfacht ausgedrückt hat aufgrund dieser Testungen Legasthenie, wer Probleme beim Lesen und/oder Rechtschreiben hat, aber gleichzeitig eine normale oder auch überdurchschnittliche Intelligenz besitzt.
Die Leidtragenden sind häufig jene Schüler, die zwar Probleme mit dem Lese-Rechtschreiberwerb haben, aber auch im Intelligenztest schlechter abgeschnitten haben (allgemeine Lese-Rechtschreibschwäche).
Ihnen wird mancherorts eine (gleichwertige) Förderung verwehrt.
Dabei zeigen doch viele Untersuchungen, dass auch diese Schüler gleichermaßen von Förderprogrammen profitieren könnten!



Download_AudioEpisode 20:

Die Psychologie des Lesens (2/2) - Die Bedeutung von Vorwissen

LesenWas passiert in unserem Kopf, wenn wir lesen? Handelt es sich beim Lesen wirklich nur um eine Entnahme von Bedeutungen (bottom-up-Prozesse)? 
Bei weitem nicht! Ob und wie wir Texte verarbeiten bzw. verstehen, hängt vor allem von unseren erfahrungsabhängigen Wissensstrukturen (
kognitiven Schemata) ab. Je größer unser Vorwissen, desto leichter fällt unserem Gehirn die Filterung und Interpretation von Informationen (top-down- Prozesse).
Welche Schlüsse sollten wir daraus für die alltägliche Lektüre ziehen?



Download_AudioEpisode 19:

Die Psychologie des Lesens (1/2) - Der Matthäus-Effekt

Lesen_Psychologie_SchuleDeutschland gehört zu den 7 Ländern, deren Schüler seit PISA 2000 einen signifikanten (wenn auch wirklich sehr geringen!) Zuwachs in der Lesekompetenz ihrer Schüler zu verzeichnen haben.
Verbesserungen sind allerdings auch dringend notwendig, schließlich ist Lesen die Kulturtechnik schlechthin, mit der wir uns Wissen aneignen. Wissen bzw. Vorwissen wiederum ist einer der wichtigsten Prädiktoren für  den Lernerfolg.
 
Somit spricht Vieles dafür, dass sich die Leistungskluft zwischen starken und schwachen Lesern im Laufe des Lebens eher noch vergrößert und es zu einem Matthäus-Effekt kommen kann:

„Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, dass er Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, was er hat.“ (Mt 25, 29LUT)