Ob in der Intelligenzforschung, der
Persönlichkeitsforschung oder anderen Forschungsfeldern der Psychologie,
faktorenanalytische Modelle kommen immer dann dann zum Einsatz, wenn
Struktur in den Variablendschungel gebracht werden soll.
So werden z.B. mehrere Fragen (Items) eines Persönlichkeitsfragebogens zusammengefasst zu
dem (latenten,d.h. nicht direkt beobachtbaren) FaktorExtraversion. Aber messen diese Items wirklich Extraversion? Eine Möglichkeit
die Gültigkeit eines Faktorenmodells zu überprüfen bietet die konfirmatorische (to
confirm= bestätigen) Faktorenanalyse...
Keywords: Konfirmatorische
Faktorenanalyse - Wie gut ist das Modell? - Intelligenzmodell von Caroll - G-Faktor -
Big-Five - Persönlichkeit - Offenheit - Verträglichkeit - Gewissenhaftigkeit - Neurotizismus -
Extraversion - Strukturmodell - Messmodell - Modellspezifikation - Modellidentifikation - Modelfit
- maximum likelihood - Modellvergleiche - Modellrespezifikation
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Besprochene Inhalte:
Anwendungsbeispiele für die
Konfirmatorische Faktorenanalyse:
Faktorenmodell der Intelligenz (Caroll):
Big Five Modell der Persönlichkeit:
Zum Beispiel in der Studie: Gurven M, von Rueden C, Massenkoff M,
Kaplan H, Lero Vie M. (2013). How universal is the Big Five? Testing the five-factor model of
personality variation among forager-farmers in the Bolivian Amazon. J Pers Soc Psychol. 2013
Feb;104(2):354-70. doi: 10.1037/a0030841. Epub 2012 Dec 17.
Grundfrage: Wie gut
ist mein Modell?
Ablauf der Konfirmatorischen Faktorenanalyse:
1.
Modellspezifikation
2. Ist das Modell identifizierbar?
Wird versucht ein unteridentifiziertes Modell zu berechnen, meldet das Statistikprogramm in der
Regel einen Fehler (ERROR).
3.
Parameterschätzung:
Liegt keine multivariate
Normalverteilung vor, kann auf das Weighted-Least-Squares-Schätzverfahren (WLS)
zurückgegriffen werden.
Aber: man braucht deutlich größere Stichproben!
4. Modellgüte
Grundidee: Vergleich der
empirischen Kovarianzmatrix mit der geschätzten Populationsmatrix (vom Modell implizierten
Kovarianzmatrix).
Gütemaße der Modellanpassung:
Gütemaße können sich beziehen auf...
-> Detailaspekte des Modells (Detailmaße)
− standardisierte Residuen
-> das Gesamtmodell
− Standardized Root Mean Square Residual (SRMR)
− χ 2 -Test
− Root Mean Square Error of Approximation (RMSEA)
-> Modellvergleiche
− Likelihood-Ratio-Differenzen-Test (χ 2 -Differenzen-Test)
− Informationstheoretische Maße (z.B. AIC, BIC)
− Incremental fit indices (z.B. CFI, TLI)
Beispiel:
5. Modellmodifikation / -respezifikation
Maßnahmen, wenn Modellfit schlecht ist:
- Evaluation der Ladungen
-> zu klein?
-> zu groß?
- Evaluation der Fehlervarianzen
-> zu klein oder negativ?
- Weniger oder mehr Faktoren? - Evaluation der Messungen
-> Prüfung der standardisierten Residuen (zu groß?)
-> Prüfung der Modifikationsindizes
- Korrelierte Fehlerterme
Worauf zu achten ist:
- A priori Modelle sind optimal!
- nur theoretisch sinnvolle Respezifikationen vornehmen
- Bei vielen Respezifikationen Replikation vorsehen!
J.
B. Carroll. (1993). Human cognitive abilities: A survey of factor-analytic
studies. Cambridge University Press, New York, NY, USA.
J. B. Carroll (1997). The three-stratum theory of
cognitive abilities. In Contemporary intellectual assessment: Theories,
tests, and issues. D. P. Flanagan, J. L. Genshaft and et al., New York, NY,
USA, Guilford Press, 122-130]
Eid, M., Gollwitzer, M. &
Schmitt, M. (2013). Statistik und Forschungsmethoden (3. Aufl.). Weinheim:
Beltz.