Macht Achtsamkeits- Meditation intelligent und
glücklich? (Wie wichtig ist ein gesunder Schlaf für die geistige
Leistungsfähigkeit?)
Obwohl wir
im Schlaf potentiellen Angreifern hilflos ausgesetzt sind, gehört der Schlaf zu den evolutionären
Gewinnern. Aber was passiert im Schlaf? Warum kann unser Gehirn nicht auf den Schlaf verzichten? Neuere Untersuchungen
(z.B. Ji und Wilson, 2007) unterstützen die Hypothese eines Replays von
Erfahrungen aus dem Wachzustand. Durch das nächtliche Wiederholen der Erlebnisse des
Tages können Gedächtnisinhalte (um-)strukturiert und verfestigt
werden. Aber nicht nur unser Gedächtnis scheint von Ausflügen
ins Reich der Träume zu profitieren. Insbesondere die Ergebnisse einiger
Schlafentzug-Experimente (z.B. Lo et al.,
2012), weisen auf die
Bedeutung eines gesunden Schlafs für die kognitive
Leistungsfähigkeit (Dauer-Aufmerksamkeit,
Arbeitsgedächtnis, etc.) hin.
Zudem stellt sich insbesondere vor dem Hintergrund der circardianen Rhythmik die
Frage: Wann sollte ein Arbeitstag (oder Schultag) beginnen?
Keywords: Schlafforschung - Schlaf - Intelligenz - Warum fallen wir nicht aus
dem Bett? - Wahrnehmung im Schlaf - Aufwachen wenn der eigene Name gehört
wird -selektive Wahrnehmung - EEG - Gehirn ist Nachts sehr aktiv - REM - Warum
schlafen wir? - Warum träumen wir? - Schlafwandeln - Jules Lowe - Mord beim Schlafwandeln - Psychoanalytische Erklärungsversuche - Ich,
Es, Überich - Träume mit sexuell gefärbten Inhalt (1/10 bei Männern; 1/30 bei Frauen) - Im
Schlaf wird gelerntes nochmal durchgespielt (Replay bzw. Remix) - Lerngesetz der Wiederholung
- Gedächtnisspuren - fluide Intelligenz - schlussfolgerndes Denken - Arbeitsgedächtnis-
Exekutive Funktionen - Aufmerksamkeitskontrolle - Schlafmangel - Schlafdeprivation
- Thomas Edison - Untersuchung des Gallup-Instituts: Im Vergleich zu 1942 schlafen Menschen
im durchsch. (knapp) eine Stunde weniger - Flynn- Effekt - bessere Ernährung - bessere
Bildungsangebote - Computerspiele bis spät in die Nacht - ADS - circadianer Rhythmus -
Tief zwischen 6 und 7 Uhr - späterer Schulbeginn evtl. besser
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- 48 Studenten (14 Männer, 34 Frauen; durchschn. Alter = 20.83 years, SD= 2.05)
- 2 Gruppen
Achtsamkeitsmeditation (N=26)
4 x 45min.
Unterricht/Woche (2 Wochen lang)
während des
Unterrichts wurde 10 - 20 min. meditiert
außerhalb des
Unterrichts sollte täglich 10 min. meditiert werden
Achtsamkeits-Training: Fokussierte
Aufmerksamkeit auf Sinneserfahrungen (Atem, Geschmack einer Frucht, Geräusche
einer Audio-Aufnahme)
Sitzen in aufrechter Haltung (Schneidersitz, gesenkter Blick)
unterscheiden lernen zwischen natürlich auftauchenden Gedanken und
elaborierten Gedanken
Reframing von Sorgen und Zukunftsängsten als mentale Projektionen
Gebrauch des Atems als Aufmerksamkeitsanker
dem Geist erlauben, auf natürliche Weise auszuruhen, anstatt zu
versuchen auftauchende Gedanken zu unterdrücken
Ernährungsberatung (Kontrollgruppe;
N=22)
4 x 45min. Unterricht/Woche (2 Wochen
lang)
Ernährungstagebuch
Ein Experte vermittelte fundamentale Themen
der Ernährungswissenschaften
kein konkreter
Ernährungsplan
Ergebnisse: - Verbesserungen der Achtsamkeitsgruppe gegenüber der
Kontrollgruppe in einer Arbeitsgedächtnisaufgabe (OSPAN) und im
Leseverständnis (verbal GRE)
- weniger Mind-Wandering in der Achtsamkeitsgruppe
Mrazek, M D, Franklin, M S, Phillips, D T, Baird,
B, and Schooler, J W. (2013). ‘Mindfulness
Training Improves Working Memory Capacity and GRE Performance While Reducing Mind
Wandering’, Psychological Science, March 28,
2013. doi: 10.1177/0956797612459659
- Probanden 2250 Erwachsene (58.8%
Männer, 73.9% ansässig in den USA; durchschn. Alter: 34 years) - Mithilfe einer iPhone-App (https://www.trackyourhappiness.org/) wurden die Probanden immer wieder nach ihrer Befindlichkeit gefragt ("How are
you feeling right now?") - Zudem wurde nach der aktuellen Tätigkeit gefragt ("What are you
doing rigth now?") und ob ihr Geist gerade abschweift (“Are
you thinking about something other than what you’re currently doing?”)
Ergebnisse:
- in46,9% aller Fälle waren die
Gedanken abgeschweift (Mind Wandering) - Mind-Wandering während... >Selbstpflege (Zähneputzen, Duschen): 65% > Arbeit: 50% > Sport: 40% > Sex: 10% -Wenn die Gedanken
abschweiften waren die Probanden im Durchschnitt deutlich weniger
glücklich (selbst bei unangenehmen
Tätigkeiten!) > Themen des Mind Wandering sind
häufig: -Sorgen, -Ängste, -Bedauern in der Vergangenheit
nicht anders gehandelt zu haben
- Mind Wandering sollte nicht prinzipiell "verdammt"
werden
- Nachteile:
> schlechtere Leistungen bei schwierigen Aufgaben (z.B. Reichle et al.,
2010; Smallwood et al. (2008)
> kann die Ursache für schlechte Laune sein (Killingsworth,
2010)
- Vorteile:
> wichtig für kreatives Denken/ Problemlösen (Baird et al.,
2012)
> unterstützt die Gedächtniskonsolidierung (Smallwood et al., 2011)
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